Bad Aibling : Kunstverein Bad Aibling Anett Münnich „Der Wald ist für mich eine Art Heimat“ Vernissage: 16. September

Foto : Kunstverein Bad Aibling

Die Berliner Künstlerin Anett Münnich stellt im alten Feuerwehrgerätehaus aus
Wandel und Erinnerung – „Der Wald ist für mich eine Art Heimat“

Bad Aibling. Der Kunstverein Bad Aibling freut sich auf die Berliner Künstlerin Anett Münnich. Vom 22. September bis zum 7. Oktober präsentiert der Verein Arbeiten der Künstlerin im alten Feuerwehrgerätehaus. Zur Vernissage am 16. September wird Anett Münnich anwesend sein.

Aufgewachsen in einer Brandenburger Försterei arbeitete Anett Münnich nach ihrem Studium des Chemieanlagenbaus lange in einem Industrieunternehmen bevor sie zu einer Krankenkasse wechselte. Auch dieser Wechsel löste ihre Unzufriedenheit nicht. Schließlich gab sie dem inneren Drängen nach und begann im Selbststudium zu malen, zu zeichnen, mit Farben und Formen zu experimentieren. Dieses eigene Erkunden gelangte an seine Grenzen, – Münnichs Hunger nach mehr nicht. So studierte sie Malerei und Drucktechnik, begann zu aquarellieren und konzentrierte sich auf die Wiedergabe von Farben und Empfindungen, die sie in großen Städten erlebte. New York, Paris und Italien inspirierten sie.

2005 wagte Anett Münnich den Schritt in die Freiberuflichkeit. Mit Stadtlandschaften beschäftigte sich die Künstlerin noch bis 2012. Dann löste sie sich von dem Sujet und wendete sich der Natur zu, dem Wald mit all seinen Farbschattierungen, mit seinen Bäumen, Gräsern und Moosen. Sie erklärt: „Der Wald ist für mich eine Art Heimat, ein Ort des Rückzugs, des Beschütztseins, der Ruhe.“

In ihren Arbeiten bezieht sich die Künstlerin auf Erinnerungen und Erlebtes. „Ich möchte in meinen Bildern davon erzählen, was ich fühle, wenn ich vor einer 500 Jahre alten Eiche stehe, oder was ich empfinde, wenn ich über einen sanften Moosteppich laufe. Wahrzunehmen, was mich umgibt und diese Wahrnehmung mitzuteilen ist der Grund, warum ich male.“

Während die Gemälde vor allem mit ihrer Farbigkeit beeindrucken, ist die Künstlerin in ihren Papierarbeiten reduzierter und sachlicher. Sie erklärt: „Zum emotionalen Ausdruck auf der Leinwand zeigen die Cutouts eine etwas andere Seite von mir. Hier möchte ich im bildnerischen Sinne klar aussprechen, was ich denke. Mit den Papierarbeiten nähere mich über das serielle Arbeiten sehr oft auch neuen Themen.“

In den Augen der Künstlerin ist der Mensch Teil eines Systems, das nur erhalten werden kann, wenn er achtsam mit ihm umgeht. In den Papierarbeiten tauchen – im Gegensatz zu den Gemälden – darum auch menschliche Formen auf. Sie werden in einen direkten Kontext mit Formen der Natur gestellt. Und damit die Beziehung von Mensch und Natur unverhüllt sichtbar.

Anett Münnich, Ausstellung „Wandel und Erinnerung“
Vernissage: 16. September
Ausstellungsdauer: 22. September bis 07. Oktober

Bildunterschriften
01_ Anett Münnich bei der Arbeit
02_ Ein 2017 entstandenes Gemälde der Künstlerin: Sommerfest der alten Eichen
03_ Ebenfalls 2017 entstanden, das Bildobjekt Landblick